Raiffeisenbank: Kunden nahmen weniger Kredite auf

Presseartikel vom 02.07.2011, Fuldaer Zeitung von Raimund Henkel

Flieden Über das Geschäftsjahr 2010 haben Vorstand und Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Flieden in der Generalversammlung berichtet. Das Sonderthema galt den Fragen der Sicherheit im Internet und beim Telefonieren.

„Wir stehen für nachhaltiges Wirtschaften und Verlässlichkeit“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender und Versammlungsleiter Winfried Happ zur Eröffnung der Versammlung in der Fliedener TV-Halle. In seinem Grußwort hob Bürgermeister Winfried Kreß (SPD) die herausragende Bedeutung der Bank, mit Blick auf den Arbeitsmarkt, hervor. Aber auch als Steuerzahler sei das Geldinstitut wichtig.
Vorstandsvorsitzender Lothar Jünemann sprach von einer „sehr erfolgreichen Entwicklung“. Er berichtete von einer Steigerung der Bilanzsumme um 1,8 Prozent (siehe Info-Kasten). Dieser Zuwachs sei auf das um 2,8 Prozent gestiegene Volumen der Kundeneinlagen zurückzuführen. Die durch den nicht zufrieden stellenden Rückgang der Kundenkredite um 3,7 Prozent und die Erhöhung der Kundeneinlagen entstandene Liquidität habe man genutzt, um den eigenen Wertpapierbestand aufzustocken. „Unser Schmuckstück ist die Eigenkapitalausstattung mit nun zehn Millionen Euro“, stellte Jünemann fest. In Folge der Steigerung des Jahresüberschusses und des Bilanzgewinns schlug die Geschäftsführung der Versammlung vor, die fünfprozentige Dividende um eine Sonderdividende in Höhe von zwei Prozent zu ergänzen.

Jünemann ehrte Mitarbeiterin Erika Kehl für 45 Jahre Zugehörigkeit zur Raiffeisenbank. Mit Blick auf die in den vergangenen Jahren immer wieder thematisierten Pläne einer Fusion mit der VR-Bank in Schlüchtern sagte der Bank-Chef, diese Überlegungen lägen derzeit auf Eis. Der Jahresabschluss wurde uneingeschränkt bestätigt: Einstimmig genehmigten die Mitglieder der Genossenschaft die Zahlen und entlasteten Vorstand sowie Aufsichtsrat. Nach turnusmäßigem Ausscheiden wurde Winfried Stey erneut in den Aufsichtsrat gewählt.

Mit einem Vortrag zum Thema Sicherheit im Internet und beim Telefonieren versetzte Computerspezialist Erwin Markowsky die Versammlung in Erstaunen: Innerhalb kürzester Zeit ortete er mit Hilfe von Laptop und Handy eine Reihe von Mobiltelefonen mit eingeschaltetem Bluetooth-Funk. Von seinem Computer aus manipulierte Markowsky das Handy eines Bank-Mitarbeiters, das dann „ferngesteuert“ am Anschluss des Redners anrief. Genauso könnten Betrüger die Geräte bei kostenpflichtigen Nummern anrufen lassen. Markowskys dringender Rat: „Schalten Sie die Bluetooth-Einstellung aus, das schützt vor finanziellen Schäden!“

Der Experte gab seinen Zuhörern einen Einblick in die Möglichkeit, Kennworte zu knacken und amtliche Briefköpfe aus dem Internet zu beschaffen. Sein Fazit: Nur Informiertsein und behutsames Vorgehen im weltweiten Netz steigern Internetsicherheit