Der „Fliedener Tisch“ nimmt seine Arbeit auf

Presseartikel vom 10.03.2010, Marktkorb

Ein Team von 45 Helferinnen und Helfern ist ehrenamtlich dafür im Einsatz. Die ehemalige Bäckerei Heller im Bornmühlenweg platzte aus allen Nähten, als der katholische Pfarrer Thomas Maleja und dessen evangelischer Amtsbruder Holger Biehn die Räume segneten, in den künftig jeweils donnerstags zwischen 13 und 17 Uhr Lebensmittel ausgegeben werden. In den 70 Quadratmeter großen Räumen hatten sich Freunde und Förderer, vor allem aber auch die 45 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer versammelt, die für die Initiative tätig sind und bereits waren.

„Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde“, zitierte Biehn den 23. Psalm und sprach die Hoffnung aus, dass in der Bereitschaft zum Geben, Teilen und Helfen etwas von der Güte Gottes sichtbar werde.

Der „Tisch“ ist eine Initiative, die von den beiden christlichen Gemeinden Fliedens getragen wird und die organisatorisch unter dem Dach der katholischen Kirchengemeinde angesiedelt ist. Initiator ist Lothar Jünemann, der Vorstandsvorsitzende der Fliedener Raiffeisenbank und Vorsitzende der „Aktion Kinder im Königreich“.

Selbstloser Einsatz vieler Bürger

Wie er bei der anschließenden Feier im Sitzungssaal des Rathauses sagte, habe er die Idee für den „Fliedener Tisch“ erstmals im Oktober 2008 bei einem „Arbeitsfrühstück“ vor der Einweihung der neuen Bank-Räume mit den beiden Pfarrern und Bürgermeister Winfried Kreß (SPD) erörtert. Hintergrund sei die Erfahrung gewesen, dass Bedürftigkeit auch im „Königreich“ immer offensichtlicher geworden sei.

Als dann mehr als 50 Menschen einer Einladung zu einem ersten Informationstreffen gefolgt sei, habe man sich entschlossen, die Initiative auf den Weg zu bringen. Ein Organisationsteam, dem neben Jünemann, den beiden Pfarrern und Bürgermeister Kreß Marlies Hüttel, Gertrud Schneider, Elisabeth Kaufmann, Gaby Koppel, Hans-Georg Mihm, Alois Weber und Herbert Maul angehörten, schulterte die Vorarbeiten.

Als Projektpaten fungierte EFA aus Wächtersbach: So heißt die Initiative „Essen für alle“, die dort unter dem Dach der evangelischen Kirchengemeinde wirkt, und in der auch katholische Christen engagiert mitarbeiten. „Das ist Ökumene in bester Form“, schwärmt Jünemann und freut sich, dass nun eine entsprechende Arbeit auch in Flieden beginnt. Bürgermeister Kreß und Alois Weber vom Organisationsteam lobten den selbstlosen Einsatz vieler Bürger,. aber auch den der Sponsoren und die Hilfsbereitschaft der 14 Einzelhändler aus Flieden, Fulda und Neuhof, die den „Tisch“ künftig mit Nahrungsmitteln beliefern. 66 Menschen zählt der Kreis der Berechtigten, die sich bislang angemeldet haben. Voraussetzung für einen Kundenausweis ist es, dass das monatliche Einkommen unter dem Anderthalbfachen des Sozialhilfesatzes liegt. Für den Träger dankte Pfarrer Thomas Maleja besonders Bischof Heinz Josef Algermissen, der sich persönlich dafür eingesetzt habe, der Pfarrgemeinde St. Goar diese Arbeit zu ermöglichen. Angesichts der Herausforderungen durch die Not müsse man handeln und nicht kneifen